Traditionelle Wurzeln des Schröpfens

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Schröpfen wird in der Traditionellen Medizin seit Tausenden von Jahren verwendet und wird bereits in dem Ebers Papyrus (1550 v. Chr.), einem der ältesten medizinischen Dokumente, erwähnt. Sogar Hippokrates erwähnt das Schröpfen. Schröpfen hat seine Wurzeln im Nahen Osten, in Asien, Nord- und Osteuropa und in den traditionellen nordamerikanischen Völkern. Schröpfköpfe können aus Glas, Bambus, Tierhörnern und Muscheln hergestellt werden.

Die Behandlungen mit Schröpfgläsern zählt zu einer der ältesten Methoden der Naturheilkunde. Hierbei wird das Schröpfglas kurz angewärmt und auf die Haut des Patienten aufgesetzt. Beim wieder Erkalten entsteht im Inneren des Glases ein relativer Unterdruck und das Glas haftet so für gewisse Zeit auf der Haut. Obwohl die Behandlung schmerzlos ist, können aufgrund der Zugwirkung nach dem Abnehmen der Gläser für einige Tage „Schröpfmarken“ in Form blauer Flecke auf der Haut verbleiben. Diese sind völlig ungefährlich.

Es wird zwischen dem trockenen Schröpfen, dem blutigen Schröpfen und der Schröpfkopfmassage unterschieden.

Durchführung der Schröpftherapie

Das Schröpfen erfolgt mithilfe sogenannter Schröpfgläser bzw. Schröpfköpfe, welche auf die Haut gesetzt werden. Dabei kommen Gläser mit verschiedenen Durchmessern und in verschiedenen Stärken zum Einsatz. Dünnwandige Schröpfgläser können auch im Sitzen angewendet werden, dickwandige aufgrund ihres Gewichts meist in einer liegenden Position. Vor dem Aufsetzen der Gläser wird in ihnen ein Vakuum oder zumindest ein Unterdruck erzeugt. Das geschieht mithilfe von hochprozentigem Alkohol. Meist wird dazu ein in Spiritus getränktes Wattebäuschen im Glas angezündet. Der Unterdruck kann auch mithilfe von Vakuumpumpen (sieht aus wie ein Gummiball) erzeugt werden. Danach wird das Schröpfglas sofort auf die Haut gesetzt. Der Unterdruck saugt die Haut an und das Glas sitzt fest. Meist wird das Schröpfen mit der Reflexzonentherapie kombiniert, indem die Schröpfgläser im Bereich der Reflexzonen auf dem Rücken des Patienten aufgesetzt werden.

Das trockene Schröpfen

Die oben beschriebe Art wird als trockenes Schröpfen bezeichnet. Sie Saugwirkung aktiviert die Reflexzonen, wodurch auch die inneren Organe und Organsysteme, die diesen Reflexzonen zugeordnet sind, beeinflusst werden können. Meist werden die Schröpfgläser nach etwa 10 bis 15 Minuten wieder abgenommen.

Das blutige Schröpfen

Bei dieser Art des Schröpfens werden die betroffenen Hautstellen vor dem Aufsetzen der Schröpfgläser leicht angeritzt bzw. gestichelt. Dies geschieht entweder mit einem sogenannten Schröpfschnepper oder einem Hämostilett, also einer sterilen Lanzette. Anschließend werden die Schröpfgläser aufgesetzt. Durch die Saugwirkung füllen sich diese mit Gewebewasser und Blut. Wenn sie zu etwa einem Drittel gefüllt sind, werden sie vorsichtig wieder entfernt, was meist nach etwa 10 bis 20 Minuten der Fall ist.

Die Wirkung des Schröpfens

Die trockene und blutige Schröpftherapie kommt insbesondere bei sogenannten Gelosen zum Einsatz. Gelosen sind tastbare Veränderungen, meist Verhärtungen in der Unterhaut. Kalte Gelosen weisen auf einen gestörten Blutfluss hin. Sie sind klein, kalt, energiearm, eingesunken und nur bei festem Druck schmerzhaft. Hier kommt trockenes Schröpfen zum Einsatz. Es wirkt durchblutungsfördernd, aktivierend und kräftigend.

Heiße Gelosen hingegen lassen eher auf einen Füllezustand schließen. Sie sind prall, überwärmt, druckschmerzhaft, etwa 2-Euro-münzgroß. Hier ist das blutige Schröpfen das Mittel der Wahl. Es hat eine Blut-entziehende, ausleitende und entlastende Wirkung auf das Gewebe darunter, auch auf die Muskulatur und die durch Reflexzonen zugeordneten Organe.

Beide Arten des Schröpfens haben eine schmerzlindernde Wirkung. Man vermutet ein Freisetzen von Endorphinen (Hormone mit schmerzunterdrückender Wirkung) und einen verstärkten Abbau von Prostaglandinen (Hormone, die bei der Schmerzvermittlung eine Rolle spielen) in der Schröpfzone, was zu einer Schmerzlinderung führt.

Die Schröpfkopfmassage

Bei dieser Form des Schröpfens wird der Körper des Patienten vor der Behandlung mit Salbe oder Öl eingerieben. Hier massiert der Therapeut den Körper des Patienten mit dem Saugglas, indem er das durch den erzeugten Unterdruck festgesogene Glas langsam auf dem Rücken verschiebt. Die Schröpfkopfmassage kann auch zur Vorbereitung von anderen Therapien dienen, beispielsweise für die Chiropraktik. Dafür wird die Stelle, die behandelt werden soll, eingerieben und anschließend einige Minuten bearbeitet. Danach sollte das Hautareal gut durchblutet sein, was man an der bläulichen oder rötlichen Verfärbung sieht.

Einsatz des Schröpfens

Da durch die Aktivierung der Reflexzonen auch innere Organe beeinflusst werden, ist das Schröpfen bei verschiedenen Krankheitsbildern empfehlenswert.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (zum Beispiel Rückenschmerzen)
  • Erkrankungen des Verdauungstraktes (zum Beispiel funktionelle Darmerkrankungen)
  • Erkrankungen der Atemwege (zum Beispiel akute oder chronische Bronchitis)
  • Schwächezustände (zum Beispiel niedriger Blutdruck)
  • funktionelle Herzbeschwerden
  • chronische Entzündungen (zum Beispiel Nasennebenhöhlenentzündung)

Allerdings gibt es auch Situationen, bei denen das Schröpfen nicht zum Einsatz kommen darf. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das zu behandelnde Areal akut entzündet ist oder allergische Hautveränderungen bestehen. Bei Gerinnungsstörungen oder während der Menstruation darf das blutige Schröpfen ebenfalls nicht angewendet werden.

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